Die Willinger „Unterwelt“ ist ebenso reizvoll, wie die Landschaft über der Erde. Ganz typisch für ein Haus in dieser Gegend ist eine Schieferbedachung. Der Schiefer kam seit 1919 aus der „Grube Christine“, deren Eingang sich am Rande Willingens, unterhalb des Iberges, befindet. Der Abbau dieses Materials war anstrengend, denn er bestand neben Sprengungen überwiegend aus Handarbeit. Nachdem der Schieferabbau in den 1960iger Jahren seinen Höhepunkt erlebt hatte, ließ die Nachfrage nach. Ende April, im Jahre 1971 wurde der Abbau von Schiefer schließlich eingestellt. Heute ist die „Grube Christine“ ein lehrreiches Besucherbergwerk.
Man passiert die Pulverkammer und erfährt während einer interessanten Führung alles über Gewinnung und Verarbeitung des Materials bis hin zum fertigen Dachschiefer. Im Bergwerk herrscht eine ungefähre Temperatur von 8 °Celsius. Also besser eine Jacke mitnehmen, um der Führung ungestört folgen zu können. Profitaucher, die eine Ausbildung im Höhlentauchen nachweisen können, dürfen hier unten zu einem ganz besonderen Tauchgang aufbrechen. Eine weitere Facette des Bergwerks ist ein Gesundheitsprojekt. Unten in der Grube stehen heute Ruheliegen für eine Liegetherapie zur Verfügung. Gut eingepackt atmen Patienten, die beispielsweise an Atemwegserkrankungen leiden, die Bergwerksluft ein, die sich dann lindernd auswirken soll. Jeder, der ein Attest von seinem Arzt vorlegen kann, das bestätigt, dass keine Einwände für diese Therapie bestehen, darf kostenfrei teilnehmen. Wer zur Weihnachtszeit in einem Willingen Ferienhaus ausspannt, kann den „Christinen-Stollen“ genießen. Das typische Weihnachtsgebäck lagert hier vier Wochen, bevor es zum Verzehr angeboten wird.
Zeit für kulturelle Genüsse sollte man sich im Besucherzentrum Willingen nehmen. Hier finden Konzerte, Musicals und andere Aufführungen statt. Im Willinger Brauhaus kann man köstliches Landbier genießen. Auch hier finden regelmäßig Veranstaltungen statt oder man schließt sich einer Besichtigungstour an. Ein anderes, nicht weniger beeindruckendes Handwerk als die Braukunst kann man in der ortsansässigen Glasbläserei beobachten. Es ist kaum zu glauben, welche kunstvollen Gebilde aus einem Klumpen dieser zähflüssigen Masse unter den Händen von Glasbläsern entstehen. Hier kann man auch das passende Andenken erwerben.
Besucher der Willingen Ferienwohnungen erleben vor allem im Spätsommer einen einzigartigen Anblick, wenn die Heideblüte beginnt. Dann verwandeln sich die Hochlagen des Hochsauerlandes in ein purpurnes Blütenmeer. Die Hochheide ist nicht anspruchsvoll, was den Boden betrifft und auch Schnee und Windböen stören sie kaum. Damit sie nicht von anderen Pflanzen, wie Bäumen oder Sträuchern verdrängt wird, müssen diese regelmäßig entfernt werden. Während man das früher per Hand erledigte, nimmt man inzwischen, neben bestimmten Gerätschaften vor allem tierische Unterstützung in Anspruch. Schafe mögen Heidepflanzen nicht besonders und bevorzugen daher die anderen Gewächse. Durch diese Vorliebe eignen sie sich hervorragend, die Hochheidelandschaften zu pflegen. Man trifft so häufig auf Hirten mit Schafherden bei einer Wanderung durch die Hochheidegebiete, die zum Beispiel am Ettelsberg oder am Neuen Hagen zu finden ist. Es reicht aus, den Anblick von den Wanderwegen aus zu genießen. Da es sich um einzigartige Biotope handelt, bitten die Hochsauerländer Gastgeber darum, diese nicht zu verlassen.
Um die Willinger Gegend ranken sich verschiedene Sagen. Eine erzählt von einer alten Hexe, deren Augen ebenso glühten, wie ihre Schuhe und die am Hirschsprung lebte. Weil sie sehr böse war, überlegten die Einwohner, wie man die Hexe aus dem Weg räumen könnte. Schließlich schafften sie es, die Hexe den Fels hinab zustoßen. Obwohl man sicher war, die Hexe sei beseitigt, fürchtete man forthin diesen Ort. Ein armer Postbote musste durch den Wald, an diesem unheimlichen Ort vorbei und tatsächlich hatte er eines Tages das Gefühl, jemand würde auf seinen Rücken springen. Angsterfüllt wagte er nicht, nach hinten zu blicken. Es schien, als hätte er eine schwere Last zu schleppen. Erst als er beim Hirschsprung ankam, verschwand dieses Gefühl. Seitdem erzählten sich die Menschen, dass einem an diesem Ort „aufgehuckelt“ würde.
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